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Pepelow

11.August 1981  Pepelow Am 9.8. waren wir noch 9 Mann, die fahren wollten. Ein Plauner, der mitfahren wollte, fuhr aber schon Sonntag Abend und wir sahen ihn bis zur Heimfahrt nicht wieder. In der Nacht zum Dienstag starteten wir dann: Sven Zimmer um 3Uhr mit dem Moped, Mario Hühler, Andreas Dunger und Jörg Klebert um 4Uhr mit dem Zug und Steffen Haselbauer, Arnd Gemeinhardt, Steffen Barthel und Marko Körner mit dem Motorrad. Sven mit dem Moped hatte keine größeren Pannen, außer dass er 20,-M zahlen musste, weil er angeblich ein Polizeiauto geblendet hat. Er kam gegen 3Uhr in Pepelow an. Die im Zug waren gegen 6.00Uhr in Leipzig. Die Mitropa öffnete aber erst um 9Uhr. Jetzt konnten endlich die längst erschöpften Vorräte ergänzt werden. Um 14.30Uhr waren sie in Neubukow. Hier wurde die erste Bekanntschaft mit dem „Rostocker Hafenbräu“ gemacht. (Einer Limonade die sich Bier nennt. Von uns wurde sie später nur noch als Tee bezeichnet). Man traf auch Günter Püchel, einen ehemaligen Lehrer von uns, der mit einer Schulklasse in Pepelow war. Um 18.15Uhr kamen Mario, Huz und Klebi dann auf dem Zeltplatz an. Die letzten Kilometer fuhren sie mit dem Bus. Bei den Motorräder gab es einige Schwierigkeiten. Schon bei der Auffahrt in Schleiz wurden Bimbix und Barthi, die auf Hasi warteten, von einen Polizisten belegt weil ja da Halteverbot ist. Noch weit vor Berlin begann Markos Zündkerze auszusetzen. Sie konnte nur von 2 Mann unter vereinten Kräften herausgeschraubt werden. Sie war fast total abgebrannt. So entstand die erste größere Pause. Und das im Nieselregen, der uns dann bis Berlin begleitete. Trotz der neuen Zündkerze konnte Marko seine Maschine bis rauf nicht voll ausfahren. Auf dem Berliner Ring ordneten sich dann Hasi, Barthi und Marko falsch ein, so das sie in Richtung Potzdam fuhren. Bimbix fuhr allein weiter. Noch vor der Rostocker Autobahn fiel ihm eine Sicherung aus und der Regler arbeitete auch nur noch zeitweise, was sich bis rauf ständig verschlechterte. In einem Ort, ca. 20km vor Wismar, fuhr sich Bimbix einen Platten und zwar so, dass sich auch der Mantel kaum noch verwenden lies. Nach einer halben Stunde holten die Anderen ihn ein. Es stellte sich heraus, dass auch sie noch einige Zwangspausen wegen der Zündkerze hatten und Barthis Vergaser in letzter Minute vor dem Auseinanderfallen gerettet wurde. Nachdem dann der Schlauch gewechselt war, fuhren Barthi und Marko wieder los und auch gleich wieder in die falsche Richtung. Da Bimbix wegen dem kaputten Mantel keine Umwege mehr fahren konnte, fuhr er mit Hasi langsam nach Pepelow, wo sie kurz nach 5.00 Uhr eintrafen. Marko und Barthi kamen gegen 6.00 Uhr an. Als wir alle wieder beisammen waren, begann die Suche nach einem geeigneten Platz. Das war für 5 Zelte gar nicht so einfach. Nach einigem Streiten fanden wir aber doch noch eine einigermaßen geeignete Stelle auf dem „Assi-Hügel“, wie man uns später sagte. Als wir hinfahren wollten, gab es Scherereien mit der Platzwache. Letzten Endes mussten wir die Sachen dann doch hintragen. Nun wurden die Zelte aufgebaut. Die beiden Söhne von unserem ehemaligen Lehrer G. Püchl halfen uns dabei. Kleine Lageskizze: Als die Zelte standen, ging es endlich in den Haffkrug, wo man sich bei ein paar „Tassen Tee“ die Erlebnisse der Fahrt erzählte. Um halb 10 (Ausschankschluss) ging es zurück zu den Zelten. Um 10 kochten wir dann die erste, um 11 die zweite Nachtsuppe. Kleine romantische Einlage: Ringsum die Schatten von Zelten, dazwischen einige dunkle Kiefernstämme. Als Kontrast dazu die Flamme unseres Kochers. Dicht darum gedrängt einige merkwürdige Gestalten, alle aus einem Topf Suppe löffelnd: Barthi mit Hut, Klebi mit Hut und Pferdeschwanz, Bimbix mit Stirnband und Sonnenbrille, Hüz mit Stirnband, Sven unrasiert mit Ohrring u.s.w. Geräusche: Nur Löffelklappern und leise Earth-Band Musik. Gegen halb 12 versuchte dann Dungi Mundi zu spielen. Um 24.00 Uhr machten wir dann Schluss.

12.August 1981: Am nächsten Tag, den 12.8., standen wir schon um 9.30 Uhr auf. Sehr zum Ärger einiger. Um 10 wurde dann Kaffee gekocht. Diejenigen, die nicht fahren mussten, leerten noch die restlichen Flaschen von gestern. Um 12.00 Uhr fuhren wir nach Neubukow zum Mittagessen. Um 3 waren wir wieder zurück und gingen dann sofort baden. Da uns zu wenig Quallen zu finden waren, machten wir eben eine Schlammschlacht. Am Strand wurden alle Mädchen, die vorbei gingen, vollgelappt, z.B: „Ihr geht wohl auf die Weide?“...“Eh, ihr Getriebenen!“ (Eine Klasse mit Erzieher) ... „Also Beene hat se keene, aber die Fiieße!“ u.s.w. Über die Reaktionen hatten wir viel zu lachen. Neben uns lagen 2 Mädchen, (ca. 10 und 12 Jahre alt), die Klebi ständig bekeimte: „Wie alt bidd´n du?“ Wir erhielten einige komische Antworten, bis dann Klebi feststellte: „Die gefällt mir, weil se so schee dààb is!“ Dann gingen wir zu den Zelten, „Tee trinken“. Dadurch kamen wir zu spät zur Disco. Die Karten wurden uns noch unter der Hand für 5,- M verkauft. Einige von uns malten sich Stempel auf und kamen so rein. Hasi und Huz fanden auch gleich 2 Mädchen, mit denen es aber nichts richtiges wurde, so das sie gegen 10.00 Uhr (Ende der Disco) bereits mit Klebi und 2 anderen Mädchen zu den Zelten kamen. Wir hatten alle schon ziemlich geladen, weil wir mangels „Tee“ viele harte Sachen tranken (Goldbrand). Klebi ließ sich dann von seiner Krankenschwester (eines der beiden Mädchen) das Ohr durchstechen. Diese Prozedur muss man gesehen haben. Zuerst wurde Klebi mit Alk betäubt. Dann ging es los: „Watte,... Alkohol,... Nadel ...u.s.w.“. Als die Operation beendet war, aßen die Mädchen noch die Nachtsuppe mit uns und gingen dann. Sie sagten, dass sie noch baden wollten. Das hätten sie nicht tun dürfen! Klebi wollte auf einmal hinterher. Barthi ging zum Glück mit. Um halb 12 brachte er den total betrunkenen Klebi geschleppt. Dieser war mit Klamotten baden gegangen. Bimbix hat ihn dann „trocken gelegt“ und ins Zelt geschafft. Den Kopf nach außen, da er ständig auslief. Hüz trocknete über dem Kocher seinen Ausweis, Fahrerlaubnis, Geld u.s.w. Um 24.00 Uhr erhielten wir noch einmal Besuch von 2 Mädchen aus unserer Nachbarschaft. (Sie wohnten zu 4. in einem Zelt und kauften uns später früh die Semmeln mit. Wir waren dann öfters tagsüber bei ihnen.) So machten wir bis 3 weiter. Zuvor kam noch einmal eine Mutter, wir tauften sie „Gertrud“ und beschwerte sich wegen dem Krach. Gertrud reiste aber dann in den nächsten Tagen ab. Der „Säufer des Tages“ wurde heute natürlich Klebi.

13.August 1981: Der dritte Tag begann wieder um 10. Zuerst wurde Kaffee getrunken und danach wieder Kästen Tee geholt. Nun fanden wir auch Zeit, Briefe in die Heimat zu schreiben. Um 11 kamen dann die 2 Muttis von gestern abend aus der Disco zu uns. Gegen 1 fuhren wir dann nach Wismar. Dort fanden wir ein Hotel, in dem wir um 14.00 Uhr noch Mittagessen bekamen. Dabei wurde natürlich wie immer viel herumgeblödelt. Es waren Gott sei Dank nur wenige Gäste anwesend. Dann zogen wir wie eine Herde Assis durch die Stadt und machten, uns nicht um die anderen Leute kümmernd, noch einige Starfotos.
Reifen und Tramper oder Römer bekamen wir leider nicht. Um 17.00 Uhr waren wir wieder auf dem Zeltplatz. Um 8 fuhren Hasi, Klebi, Dungi, Marko und Sven nach Rakow zur Disco. Hüz, Bimbix und Barthi blieben auf dem Zeltplatz und tranken Tee. Um 22.30 Uhr hatten sie gerade genug getrunken, um mit Hemd und Hose baden zu gehen. Um 11 waren dann alle wieder auf dem Zeltplatz. Um viertel 12 wurde die erste Suppe gekocht. Gegen 23.45 bekamen wir noch einmal Damenbesuch. Um 1 legten sich dann alle zur Ruhe. Säufer des Tages wurde heute Marko Körner.

14.August 1981: Am nächsten Morgen standen wir viertel 11 auf. Dann wurde Kaffee getrunken und um halb 1 ging es nach Bad Doberan, dann weiter nach Rostock. Hier kauften sich Marko und Barthi ein Paar Stiefel. Auch Moped- und Motorradreifen gab es in jeder Menge. Nachdem wir wieder ein paar Fots gemacht hatten, fuhren wir zurück und waren halb 7 wieder auf dem Zeltplatz.
Die eine Hälfte von uns ging nach Rakow zur Disco, die Anderen machten Abendbrot und gingen danach in den Haffkrug, denn auch hier war Disco. Als die Disco zu Ende war, gingen die aus dem Haffkrug (Hüz, Bimbix, Barthi) nach Pepelow zum Seehund, aber auch dieser hatte bereits geschlossen. So ging es zurück zum Zeltplatz, wo wir eine Nachtsuppe kochten. Um 11 kamen dann Klebi mit seiner Freundin (die Freundin von der Krankenschwester, er hatte sie Dungi weggeschnappt.) Eine viertel Stunde später waren alle wieder hier. Wir kochten eine 2. und 3. Suppe und gingen um 2.00 Uhr schlafen. Klebis „Mutti“ blieb hier. Der Steifste des Tages war wieder Marko Körner.

15.August 1981: Der 5. Tag begann für Bimbix und Hüz, die heute Semmeln holten, schon um 8.00 Uhr. Die anderen standen um 11 auf. Auf das Mittagessen verzichteten wir. Um halb 1 fuhren einige nach Neubukow tanken, der Rest war bei den Mädels. Um 3 ging es dann in den Haffkrug Tee trinken. Um halb 45 wurden 4 Kästen Tee geholt und um viertel 7 ging es dann an den Strand zu unserem „Strandfest“. Wir nahmen einen Kasten Bier ca. 50m mit ins Wasser, setzten uns außen herum und tranken erst einmal kräftig. Dann ging es baden. Inzwischen kamen auch die Mädels, die ja morgen abreisen wollten. Nun ging es richtig los.
Dungi machte mit Klebi verunglückte Karateübungen, Barthi wollte sich ausziehen, u.s.w. Zwischendurch rannten manche ab und zu ins Wasser. Dann hatten auf einmal Hasi Gabi, Klebi Engelchen, Bimbix Anne, Marko Ramona und Barthi und Balg einen Strandkorb. Lola, die 4. der Mädchen aus dem Zelt (Gabi wohnte woanders) war so steif, dass sie zeitweise heulte und dann von einem zum anderen ging, bis Huz Mitleid hatte. Um halb 1 ging es dann mit den Muttis zurück zu den Zelten. Es wurde die erste und um halb 2 die zweite Suppe gekocht. Dungi ging betrunken schlafen. Steffen suchte später etwas in seinem Zelt, wo ja auch Dungi schläft. Dabei strich er ihm mit der Hand über den Kopf. Huz schrie im Halbschlaf „Mach, dass du raus kommst!“ Um 2.30 Uhr war dann Nachtruhe, bis auf 2 Mann, die mit ihren Muttis weiter machten. Steifste des Tages waren Andreas Dunger und Marko Körner.

16.August 1981: Am Sonntag wurde schon um halb 9 aufgestanden. Dungi wurde sogleich erzählt, dass er gestern Nacht die Lola aus dem Zelt geschmissen hat. Da er sich noch etwas an das „Mach, dass Du raus kommst!“ erinnern konnte, glaubte er uns alles und ärgerte sich über die verpatzte Tour. Dann ging er doch tatsächlich zu ihr hinüber und entschuldigte sich. Sie war ja auch so steif gewesen, dass sie nicht mehr wusste: stimmt das oder nicht? Da sie aber heute noch abreist, sagten wir ihr die Wahrheit. Dungi glaubt es noch so lange, bis er diese Chronik liest. (Heute ist der 31.08.81). Um 1.15 Uhr fuhren wir nach Neubukow zum Essen. Um 3 gingen dann Hüz, Barthi, Bimbix (seit gestern Tarzan)) und Huz (seit heute Muffi) ins Kino zu „Sindbads 7. Reise). Danach gingen Hüz und Bimbix in den Haffkrug. Dungi versuchte krampfhaft, jemand zu überreden, mit ihm nach Rakow zu gehen, bis wir dann aufschreiben konnten: „18.15 Uhr : Muff springt alleine zur Disko nach Rakow.“ Um 19.00 Uhr fuhren auch Marko, Hasi und Petermännchen (So heißt Balg seit gestern) nach Rakow. Hüz spielte mit Tarzan und Barthi Karten, bis dann gegen halb 10 Marko kam und Besuch aus Rakow ankündigte. Um nicht teilen zu müssen kochten wir schnell noch unsere letzte vorhandene Suppe. Klebi und seine Mutti kamen eher und aßen mit. Gegen 10 kamen dann die Anderen, der Lange und der Dicke (2 Freunde aus Wismar, die wir schon eher zur Disco kennengelernt hatten), 3 Mädchen und 3 Flaschen Klarer. Gegen 11 werden die Mädchen vom Dicken nach Neubukow zum Bahnhof gefahren. Der Lange blieb noch hier, aber bloß körperlich. St.Barthel und Marko Körner liegen in einem Zelt und singen. Das muss man gehört haben! Gegen viertel 1 holte dann der Dicke den Langen ab. Aus dem an der See geführten Tagebuch: „Klebi schläft mit seiner Mutti, Huz und Hasi schon lange, Marko bei Bimbix, Bimbix bei Mario und Balg (die beide erst noch abkotzen müssen). Steifster des Tages: M.Körner, St.Barthel, M.Hühler und S.Zimmer.

17.August 1981: Der 17.8. begann für uns um 10.30 Uhr. Um dreiviertel 12 ging es nach Neubukow zum Essen. Gegen 4 waren wir zurück. Im Haffkrug ist heute Tanz. Wir mussten eine Stunde anstehen, ehe wir rein kamen. Es war aber nicht viel los, so dass wir nur am Tisch saßen und schachtelten. Barthi war gleich am Anfang grau und verschwand schon gegen halb 8. Als dann der Tanz zu Ende war, sahen wir ein Gerüst, das zum Klimmziehen reizte. Da machten wir eben mal Nachtsport. Manche schafften trotz Alkohol noch über 10 Klimmzüge. Auch ein Fremder beteiligte sich. Auf dem Weg zum Zelt wurde dann noch mit einem Stein Fußball gespielt. Um halb 11 kochten wir die erste Suppe. Barthi liegt im Zelt und lallt. Als um 11 noch eine Suppe gekocht werden soll, ist der Sprit alle. Um eins haben Hasi, Balg und Klebi eine tolle Idee: Sie nehmen ihre Zahnbürsten und legen sich bei Waschbox und Weiberscheißhaus (den Donnerbalken auf dem Zeltplatz kann man ruhig so nennen) in Stellung und machten einen auf Assi. Viele hatten Mitleid mit ihnen, aber Nachtquartier wollte ihnen Keine geben. Nach einer Stunde waren sie wieder da. Gegen dreiviertel 3 gingen Einige von uns los und suchten Kisten als Sitzgelegenheiten. Sie brachten auch ein paar. Gegen 3.45 Uhr schläft dann Dungi und wird mit Matratze aus dem Zelt gezerrt. Als er halb draußen ist, wacht er aber auf. Um 4 schrieben wir in die Chronik: Barthi schnarcht, Dungi schläft, Bimbix schläft gleich, Marko schläft, Hasi lallt, Klebi, Balg, Hüz sind noch wach. Um 4.30 Uhr war dann Schluss.

18.August 1981: Der nächste Tag, ein Dienstag, begann für uns halb eins. Von dreiviertel eins bis 3 versuchten wir vergeblich Mittagessen zu bekommen, bis es dann in Bad Doberan klappte. Um 17.00 Uhr waren wir zurück. Da wir keinen Tee in Kästen bekamen, gingen wir in den Haffkrug. Um 8 schauten wir uns im Kino den Film: „Geschichte einer Sünde“ an. Wärend wir im Kino saßen, begann der Regen, der in kleinen Pausen bis Freitag Abend bei Niemek auf der Autobahn anhielt. Wegen dem Regen saßen alle nach dem Kino bis auf Bimbix und Barthi bei Hasi im Zelt. Obwohl das heute der ruhigste Tag bei uns war, kam zum ersten mal einer aus der Ordnungsgruppe zu uns und wollte uns belegen. Da wir keinen Tee hatten, war schon um 24.00 Uhr Nachtruhe. Heute gab es auch keinen „Säufer des Tages“

19.August 1981: Der 19.08. begann für uns um halb 12. Nach dem Mittagessen im Neubukow ging es in die Eisdiele. Um 16.00 Uhr wurde Tee geholt. (4 Kästen). Dann ging es in die Disco. Diesmal spielte „Maschine 2“, eine Disco, die wir noch aus der Zeit kannten, als wir mit der Klasse hier waren. Ab 10 tranken wir bei den Zelten weiter.
Es wurden 3 Suppen gekocht. Bimbix aß jedes mal mit und ging trotzdem mit leerem Magen ins Bett. Um 1.15 Uhr begannen wir mit einem allgemeinem Gute-Nacht-Sagen, das so lange anhielt, bis es Jeder zu Jedem gesagt hatte. Auch unsere Nachbarn beteiligten sich daran.(Sie waren aus Nordhausen und kamen öfters mal für 10 Minuten zu uns. Einmal hatten sie auch eine Flasche Doppelkorn mit.) Steifster des Tages war Bimbix.

20.August.1981: Der 20.08. war für uns der letzte Tag in Pepelow. In unser Tagebuch schrieben wir über ihn: 12.00 wecken; 12.30 Kaffee; 13.00 Mittagessen fahren; 15.00 Zeltplatz, Regen; 17.30 Uhr zwei leere Kästen abgeben; Klebi im Regen in Neubukow einkaufen; alle außer Bimbix, Hüz, Barthi nach Rakow; Rest trinkt Tee; 21.30 Muffi auf Strecke Rakow-Pepelow; 21.45 Muffi sucht Gabi (die er gestern zur Disco kennenlernte,(vergebens); 23.15 Dungi ist wieder in seinem dunklen Zelt einsam. Der Mond scheint nicht, im Zelt, und ganz langsam und leise steigt blauer Dunst auf. 23.30 Balg, Hasi, Hüz sind noch wach. 0.00 Uhr Nachtruhe. „Säufer des Tages“ gab es keinen, da wir morgen zur Heimfahrt nüchtern sein müssen.

21.August 1981: Der Freitag der 21. war für uns ein 13ter, wenn wir gewusst hätten, was uns die Fahrt beschert, wären wir garantiert länger geblieben. Eigentlich wollten wir um 7.00 Uhr aufstehen. Obwohl es einige ärgerte, krochen wir aber schon um halb 7 aus dem Schlafsack. Wie durch ein Wunder waren zum ersten Mal seit den letzten Tagen früh die Zelte trocken. Wir bauten sie schnell ab, bevor es wieder zu regnen anfangen würde. Bis auf Hasi, der Huz nicht aus dem Zelt brachte, weil dieser hier oben den Mädchen noch einige Tage länger nachspringen wollte. Dann musste er aber nachgeben. Kaum war auch Hasis Zelt abgebaut, fing es wieder an zu regnen. Bimbix schaffte sein Zelt mit Hüz nach Neubukow, wo er es auf dem Bahnhof abgab. Marko schaffte inzwischen die 2 letzten Kästen nach Rakow, bekam aber kein Geld, weil der Wirt angeblich die Schrift seiner Frau nicht kennt. Er wollte uns das Geld nachschicken. Bis heute (13.Sept.) kam es aber noch nicht an. Dann fuhren wir die Zugfahrer nach Neubukow zum Bahnhof (Alles im Regen) Um halb 12 fuhren die Motorräder und Sven mit dem Moped in Neubukow an der Tankstelle in Richtung Heimat los. Im Regen. Die erste Rast wurde auf dem ersten Parkplatz nach der Autobahnauffahrt gehalten. Im Regen. Alle waren schon an vielen Stellen nass bis auf die Haut. Wir gingen in einen nahen Wald, wo wenigstens kein so scharfer Wind blies und aßen zu 5. einen Kanten Brot und eine Büchse Wurst. Da wir durchgefroren waren, begannen einige herumzuspringen. Im Regen. Wenn das nicht so traurig gewesen wäre, hätte man lachen können. Dann fuhren wir bis zu einer Tank- und Raststelle kurz vor dem Berliner Ring. Im Regen. Jetzt waren alle vollkommen durchgeweicht. Wir aßen etwas und erfuhren von einem, der an die Ostsee wollte, dass es noch bis Niemegk regnet. Wir konnten ihm auch keine Hoffnung machen. Auf dem Berliner Ring ist dann Hasis Zündkerze ersoffen. Im Regen. Sven merkte es nicht und fuhr weiter. Im Regen. Bimbix wollte Bescheid sagen und fuhr hinterher. Im Regen. Nach einer Kreuzung fand er ihn wartend unter einer Brücke. Im Regen. Sie fuhren langsam weiter, weil sie dachten, die Anderen holen sie ein. Im Regen. Doch diese fuhren an der Kreuzung falsch. So fuhren Bimbix und Balg allein weiter. Wegen dem blöden Regen machten sie fast keine Pausen. Nur einmal zum Tanken. Man war ja seit Stunden nass und durchgefroren. Auf dem Karren merkte man das Zittern nicht so. Dann ging einmal Bimbix Scheinwerfer kaputt. Bei Niemegk hörte der Regen auf, doch das war uns egal, da wir keine Hoffnung hatten, unterwegs noch warm oder wenigstens trocken zu werden. In den Stiefeln stand das Wasser bis zum Überlaufen. Das wir dann ein trockenes Hemd anzogen, nützte gar nichts. Es war durch die anderen Klamotten sofort nass. Der Rest im Koffer war auch durchgeweicht. Endlich Schleiz! Auf derStrecke nach Weischlitz rannte ihnen dann ein Fuchs vor die Räder. Man konnte gerade noch bremsen. Dann mündete die Straße in eine andere. Durch die Kälte waren wir so fertig, dass wir es nicht merkten und geradeaus in vollem Tempo (und das voll bepackt) in ein Feld fuhren. Unglaublicherweise stürzte aber keiner von uns Beiden. Punkt 24.00 Uhr waren wir dann nass und zitternd nach 12 h Autobahn, 10 davon durchgenässt endlich zu Hause. Den anderen 3 (Hasi, Barthi und Marko) ging es schlechter. Sie fuhren erst noch rund um Berlin. Im Regen. In Markos Zündkerze stand immer wieder ein „Männchen“, so dass sie sie säubern mussten. Im Regen. Aus Markos Auspuff schlug auch einmal eine Stichflamme, die den Auspuff einen Spalt auseinander riss. Im Regen. Ihnen war dann alles egal und sie machten an einer Raststätte über eine Stunde Pause. Doch durch die nassen Klamotten wurde man sofort wieder wie ein Eisklumpen. Um 2.00 Uhr hatten sie dann endlich Oelsnitz erreicht. Hüz, Huz, und Klebi kamen mit dem Zug auch gegen 2.00 Uhr an, so dass dann alle mit allen Sachen und noch gesund (man  wusste nicht, was durch die Kälte noch kam) glücklich  zu Hause waren. Am nächsten Tag, den 22.April 1981, traf sich dann die gesamte Mannschaft auf dem Gartenfest in der Siedlung, Um mit den zu Hause gebliebenen die Ankunft zu feiern.  

 

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